Vom ersten Autogyro bis zum Tragschrauber - Rundflug über Heidelberg

Der Rundflug über Mosbach, Heidelberg oder Heilbronn in einem modernen technisch voll ausgereiften Tragschrauber ( Autogyro ) ist für uns heute schon fast selbstverständlich. Doch von der Erfindung des ersten Drehflüglers bis zu den heutigen Tragschraubern war es ein sehr weiter Weg.

Der Wunsch selbst fliegen zu können ist vermutlich so alt, wie die Menschheit selbst.
Kaum hatte der Mensch gelernt das Feuer zu beherrschen und den Hunger zu stillen entwickelte er den Drang  wie ein Vogel fliegen zu können.

 

Bild Links zeigt einen Rucksack-Tragschrauber oder Rucksack-Hubschrauber, mit dem man ohne Motor von den Bergen ins Tal gleiten konnte.                        Quelle Bild: Hubschrauber und Tragschrauber Bernard & Graefe Verlag

 

Dabei gab es bereits im vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung  für die Kinder im alten China ein Spielzeug, das bestand aus einem Stock an dem oben einige Vogelfedern sternförmig und mit leichter Schrägung eingesteckt waren. Wenn man  den Stock schnell in der Hand drehte, stieg das Spielzeug senkrecht in die Luft auf. Im Grunde war das schon das Prinzip des Drehflüglers.
Doch es mussten noch viele Jahrhunderte vergehen und viele Tüftler an den tollsten Ideen eines Drehflüglers scheitern, bevor am 28.04.1784 schließlich zwei Franzosen vor den Wissenschaftlern Frankreichs ein Modellflugzeug mit Drehflügeln präsentierten.
Von da an wurde von vielen Erfindern in ganz Europa die Idee des Drehflüglers leidenschaftlich verfolgt. 

(Quelle: Robert Jackson/ Die Geschichte der Drehflügler)

Bild oben zeigt einen Schlepp-Tragschrauber Focke Achgelis FA 330 ohne Motor. Ähnlich wie beim Segelflugzeug erfolgte der Hochstart per Seilwinde.           Quelle Bild: Hubschrauber und Tragschrauber Bernard & Graefe Verlag

Der erste Tragschrauber / Autogiro

In den 1920-iger Jahren ereigneten sich zahlreiche Unfälle mit mehrmotorigen Flugzeugen. Nicht etwa weil diese falsch konstruiert waren, sondern weil sich die Piloten mit der Geschwindigkeit verschätzt hatten und die Maschinen dadurch in Bodennähe abschmierten.

Dieses unterschreiten der Mindest-Fluggeschwindigkeit  hatte den damals 24 Jahre alten  Konstrukteur juan de la Cierva y Cordonia schon längere Zeit beschäftigt. Von jetzt an wollte er ein Flugzeug konstruieren welches langsam fliegen konnte ohne das es dabei einen Strömungsabriss bekommen würde. Er baute in den Jahren 1921 bis 1922 drei Autogiros (in Deutschland wurde später der Name Tragschrauber eingeführt).

Die ersten drei Maschinen waren mit starren Rotoren ausgestattet und erwiesen sich als komplette Fehlschläge. Die Rotoren erzeugten zwar Auftrieb, jedoch kippten die Geräte um die Längsachse sobald Fahrt aufgenommen wurde.

Doch bereits am 09.01.1923 gelang es De la Cierva mit seinem weiter entwickelten Autogiro C.4. eine geschlossene Strecke von 4 Km in 30 m Höhe in nur 4 Minuten zu Fliegen. Dieser Tragschrauber war ein von einem 110 PS le Rhöne angetriebener Einsitzer.

Mit einem C.8L Autogiro überquerte De la Cierva mit einem Passagier am 18.09.1928 den Ärmelkanal in 1100 m Höhe in einer Stunde und sechs Minuten von London nach St. Inglebert und war bis dahin der einzige Drehflügler überhaupt der diese Strecke zurückgelegt hat. Noch am gleichen Tag flog de la Cierva weiter auf eine vierwöchige Vorführungs-Tour durch Europa und legte dabei eine Strecke von 2900 Km zurück. In den folgenden 10 Jahren wurden mehr als 500 Autogiros auf der ganzen Welt gebaut. Äußerlich teilweise komplett unterschiedlich, jedoch alle mit dem Rotorsystem von Cierva.

(Quelle: Wikipedia/ Robert Jackson/ Die Geschichte der Drehflügler)

Die weitere Entwicklung des Tragschraubers

Ende der 20 iger Jahre gab es einen regelrechten Tragschrauber-Boom. In den USA wurde einer der wichtigsten Aotogyro-Hersteller gegründet.

Sie belieferten das US Post Office mit Tragschraubern. Dieses Geschäft brach jedoch mit der Rezession ein.

Im 2. Weltkrieg wurden Tragschrauber nur gering eingesetzt. Durch das noch breitere Einsatzspektrum der Hubschrauber verfolgten die Militärs vermehrt den Einsatz von Helikoptern, wodurch der Tragschrauber fast vollständig verdrängt wurde.

Der einsitzige Tragschrauber "Little Nelly" (Bild links) wurde von Ken Wallis erbaut und ist vielen Menschen aus dem James Bond-Film "Mann lebt nur zweimal" bekannt. 

(Quelle: Wikipedia/ Robert Jackson/ Die Geschichte der Drehflügler)

Die ersten Gyrocopter jüngerer Zeit in Deutschland

In Deutschland sind die Tragschrauber dann immer mehr in Vergessenheit geraten. Erst zu Beginn  der 2000 er Jahre hat man diese Luftfahrzeuge als Alternative zum Hubschrauber wieder entdeckt.

Die erste Musterzulassung in Deutschland, eines Tragschraubers der neueren Generation erhielt der MT-03 (Foto links) der Firma AutoGyro GmbH am 28.10.2003.  Ab 2004 wurden dann die ersten offenen Tragschrauber in Hildesheim gebaut. Über die Jahre kamen weitere Hersteller von Gyrocoptern  hinzu, die in den ersten Jahren ausschließlich offene Tragschrauber fertigten. Schnell folgten komplett geschlossene Modelle bei denen zunächst 2 Personen hintereinander Platz nahmen bis letztendlich zu den neusten Modellen bei denen der Fluggast oder Co-Pilot direkt neben dem Piloten platz nimmt. Die heutigen geschlossenen Side by side-Gyrocopter werden gerne mit kleinen Hubschraubern verwechselt. Und tatsächlich ist das fliegen in einem Tragschrauber kein großer Unterschied zu einem Flug im Helikopter. (Quelle: Wikipedia)

Der geschlossene Side by Side Tragschrauber

Wir Fliegen bei unseren Rundflügen mit einem geschlossenen Gyrocopter.
Der Magni M24 Orion ist ein Tragschrauber der neuesten Generation.

  • Rotax 914 4-Zylinder-Turbo-Motor mit 115 PS
  • 2 Zündkreise/ 2 Benzinpumpen
  • Geschwindigkeit max. 160 km/h
  • Reichweite mit einer Tankfüllung ca. 300 NM (550 Km)
  • Max. Flughöhe: 15.000 Fuß (ca. 4.570 Meter)
  • Mindest-Abflugstrecke ca. 70 Meter
  • Mindest-Landestrecke ca. 0-30 Meter
  • Steiggeschwindigkeit: ca. 16 Fuß/ Sek.
  • Rotor-Durchmesser 8535 mm
  • Instrumentierung, Navigation und Avionik nach neuestem Stand der Technik
  • Alcantara Sitze mit 4 Punkt-Gurten
  • Angenehmes Klima durch Frischluft-Zufuhr und im Winter beheizt.

Ein Flugzeug zu erfinden, ist nichts.
Es zu bauen, ein Anfang.
Fliegen, das ist alles.

Otto Lilienthal

(1848 - 1896), deutscher Ingenieur und Flugpionier

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Tragschrauber-Rundfluege meinflugerlebnis
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