Vom ersten Autogyro bis zum Tragschrauber-Rundflug über Heidelberg

Bild Links zeigt einen Rucksack-Tragschrauber oder Rucksack-Hubschrauber, mit dem man ohne Motor von den Bergen ins Tal gleiten konnte.                        Quelle Bild: Hubschrauber und Tragschrauber Bernard & Graefe Verlag

Der Rundflug über Mosbach, Heidelberg oder Heilbronn in einem Modernen technisch voll ausgereiften Tragschrauber ( Autogyro ) ist für uns heute schon fast selbstverständlich und eigentlich kein Grund dafür dass das Adrenalin übermäßig ansteigen müsste.  Doch von  der ersten Idee eines Drehflüglers bis zum flugfähigen Gyrocopter war es ein sehr langer Weg.​


Der Wunsch selbst fliegen zu können ist vermutlich so alt, wie die Menschheit selbst.
Kaum hatte der Mensch gelernt das Feuer zu beherrschen und den Hunger zu stillen entwickelte er den Drang  wie ein Vogel fliegen zu können.
Es gab Menschen, die den Vögeln nicht nur neidisch beim fliegen zuschauen wollten. Diese  sprangen mit selbst gebauten Flügeln von Hügeln und Bergen ins Tal und machten direkt nach dem Start eine Bruchlandung.
 

Bild oben zeigt einen Schlepp-Tragschrauber Focke Achgelis FA 330 ohne Motor. Ähnlich wie beim Segelflugzeug erfolgte der Hochstart per Seilwinde.           Quelle Bild: Hubschrauber und Tragschrauber Bernard & Graefe Verlag

 

Dabei gab es bereits im vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung  für die Kinder im alten China ein Spielzeug, das bestand aus einem Stock an dem oben einige Vogelfedern sternförmig und mit leichter Schrägung eingesteckt waren. Wenn man  den Stock schnell in der Hand drehte, stieg das Spielzeug senkrecht in die Luft auf. Im Grunde war das schon das Prinzip des Drehflüglers.
Doch es mussten noch viele Jahrhunderte vergehen und viele Tüftler an den tollsten Ideen eines Drehflüglers scheitern, bevor am 28.04.1784 schließlich zwei Franzosen vor den Wissenschaftlern Frankreichs ein Modellflugzeug mit Drehflügeln präsentierten.
Dieses Modell bestand aus einer Achse auf der zwei Federmotoren montiert waren. Als Tragflächen für die Rotoren dienten Seiden-bespannte Draht-Rähmchen. Die Federmotoren arbeiteten in entgegengesetzte Richtungen, was den Drehmoment wirksam neutralisierte. Dieses Modell flog tatsächlich über den Köpfen der Interessierten Zuschauer.
Von da an wurde von vielen Erfindern in ganz Europa die Idee des Drehflüglers leidenschaftlich verfolgt. Das Ziel war, einen Menschen vom Boden mit einem Drehflügler abheben zu lassen. Es gab unendliche Versuche und Modelle. Einige erhoben sich  tatsächlich wenige Zentimeter vom Boden , aber wirklich fliegen konnten sie alle nicht.

(Quelle: Robert Jackson/ Die Geschichte der Drehflügler)

Der erste Tragschrauber/ Autogiro

(Quelle: Wikipedia/ Robert Jackson/ Die Geschichte der Drehflügler)

In den 20-iger Jahren ereigneten sich zahlreiche Unfälle mit mehrmotorigen Flugzeugen. Nicht etwa weil diese falsch konstruiert waren, sondern weil sich die Piloten mit der Geschwindigkeit verschätzt hatten und die Maschinen dadurch in Bodennähe abschmierten.

Dieses unterschreiten der Mindest-Fluggeschwindigkeit  hatte den damals 24 Jahre alten  Konstrukteur juan de la Cierva y Cordonia schon längere Zeit beschäftigt. Von jetzt an wollte er ein Flugzeug konstruieren welches langsam fliegen konnte ohne das es dabei einen Strömungsabriss bekommen würde. Er baute in den Jahren 1921 bis 1922 drei Autogiros (in Deutschland wurde später der Name Tragschrauber eingeführt).

Die ersten drei Maschinen waren mit starren Rotoren ausgestattet und erwiesen sich als komplette Fehlschläge. Die Rotoren erzeugten zwar Auftrieb, jedoch kippten die Geräte um die Längsachse sobald Fahrt aufgenommen wurde.

Doch bereits am 09.01.1923 gelang es De la Cierva mit seinem weiter entwickelten Autogiro C.4. eine geschlossene Strecke von 4 Km in 30 m Höhe in nur 4 Minuten zu Fliegen. Dieser Tragschrauber war ein von einem 110 PS le Rhöne angetriebener Einsitzer.

Es folgte die Maschine C.5: im Juli 1923 mit einem Dreiblattrotor und die C.6A im Mai 1924 mit einem Vierblattrotor aus Holz.

Mit einem C.8L Autogiro überquerte De la Cierva mit einem Passagier am 18.09.1928 den Ärmelkanal in 1100 m Höhe in einer Stunde und sechs Minuten von London nach St. Inglebert und war bis dahin der einzige Drehflügler überhaupt der diese Strecke zurückgelegt hat. Noch am gleichen Tag flog de la Cierva weiter auf eine vierwöchige Vorführungs-Tour durch Europa und legte dabei eine Strecke von 2900 Km zurück.In den folgenden 10 Jahren wurden mehr als 500 Autogiros auf der ganzen Welt gebaut äußerlich teilweise komplett unterschiedlich, jedoch alle mit dem Rotorsystem von Cierva.

Die weitere Entwicklung des Tragschraubers

(Quelle: Wikipedia/ Robert Jackson/ Die Geschichte der Drehflügler)

Ende der 20 iger Jahre gab es einen regelrechten Tragschrauber-Boom. In den USA wurde einer der wichtigsten Aotogyro-Hersteller gegründet.

Sie belieferten das US Post Office mit Tragschraubern. Dieses Geschäft brach jedoch mit der Rezession ein.

Im 2. Weltkrieg wurden Tragschrauber nur gering eingesetzt. Durch das noch breitere Einsatzspektrum der Hubschrauber verfolgten die Militärs vermehrt den Einsatz von Helikoptern, wodurch der Tragschrauber fast vollständig verdrängt wurde.

Der einsitzige Tragschrauber "Little Nelly" (Bild links) wurde von Ken Wallis erbaut und ist vielen Menschen aus dem James Bond-Film "Mann lebt nur zweimal" bekannt. 

Auch durch einen Film bekannt wurde der Road warrior Gyrocopter Anfang der 80 er Jahre in dem Film "Mad Max 2".

Die ersten Tragschrauber jüngerer Zeit in Deutschland

(Quelle: Wikipedia)

Die erste Musterzulassung eines Tragschraubers der heutigen Zeit erhielt der MT-03 (Foto links) der Firma AutoGyro GmbH (früher Autogyro Europe GmbH)  am 28.10.2003. Thomas Kiggen und Michael Ullrich haben dies nach langer harter Arbeit und den unermüdlichen Einsatz für die Musterzulassung von Tragschraubern in Deutschland zusammen mit dem DULV erreicht. Ab 2004 wurden dann die ersten offenen Tragschrauber in Hildesheim gebaut. Über die Jahre kamen weitere Hersteller von Tragschraubern hinzu, die in den ersten Jahren ausschließlich offene Tragschrauber fertigten. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich in Deutschland eine richtige Gyrocopter- Fan-Gemeinde. Schnell folgten komplett geschlossene Modelle bei denen zunächst 2 Personen hintereinander Platz nahmen bis letztendlich zu den neusten Modellen bei denen der Fluggast oder Co-Pilot direkt neben dem Piloten platz nimmt. Die heutigen geschlossenen Side by side-Gyrocopter werden gerne mit kleinen Hubschraubern verwechselt. Und tatsächlich ist das fliegen in einem Tragschrauber kein großer Unterschied zu einem Flug im Helikopter.

 

Ein Rundflug in einem Side by Side Gyrocopter mit Tragschrauber-Rundflüge meinflugerlebnis

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Wir Fliegen bei unseren Rundflügen   z.B nach Sinsheim, Eberbach oder ein anderes Ziel Ihrer Wahl mit einem geschlossenen Gyrocopter.
Der Magni M24 Orion ist ein Tragschrauber der neuesten Generation.

 

  • Rotax 914 4-Zylinder-Turbo-Motor mit 115 PS
  • 2 Zündkreise/ 2 Benzinpumpen
  • Geschwindigkeit max. 160 km/h
  • Reichweite mit einer Tankfüllung ca. 300 NM (550 Km)
  • Max. Flughöhe: 13.000 Fuß (ca. 4.000 Meter)
  • Mindest-Abflugstrecke: ca. 70 Meter
  • Mindest-Landestrecke ca. 0-30 Meter
  • Steiggeschwindigkeit: ca. 16 Fuß/ Sek.
  • Rotor-Durchmesser 8535 mm
  • Instrumentierung, Navigation und Avionik nach neuestem Stand der Technik
  • Alcantara Sitze mit 4 Punkt-Gurten
  • Angenehmes Klima durch Frischluft-Zufuhr und im Winter beheizt.

Ein Flugzeug zu erfinden, ist nichts.
Es zu bauen, ein Anfang.
Fliegen, das ist alles.

Otto Lilienthal

(1848 - 1896), deutscher Ingenieur und Flugpionier

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